Die Geschichte der Kirche von Omø

Auf einer Steintafel in der Südmauer der Kirche wird berichtet, dass König Frederik II. nach der Reformation im Jahr 1536 seinem Lehnsmann Eiler Krafse von Tårnborg bei Korsør den Auftrag gab, auf Omø eine Kirche zu bauen und einen Pastor für Omø und Agersø anzustellen. Diese Steintafel ist so etwas wie die Taufurkunde der Kirche und stammt aus dem Jahr 1574. Sie trägt folgenden Text:

ANNO 1574 DEN 2. AVGVSTI BEFOL KONG FREDERICH ELLER KRAVS AT INDSKICKE HER CHRISTEN AF TORNBORGE AT VERE THEN FØRSTE BOSEINDES SOGNEPRÆST TIL OMØ OG AGERSØ OG SKICKE HANNOM SIN GODE OPHOLD OG VOR HER CHRISTEN PREST HER XXXVI ÅR OG DØDE TEN 12 MAI ANNO 1619 HVAD ELLER WI LEFVE ()ELLER VI DØDE DA HØRE WI HERREN TIL. AMEN.

Danach lebte also dieser erste Pastor von Omø 36 Jahre auf der Insel und starb am 12. Mai 1619.

Während der katholischen Zeit lebten die Bewohner von Omø zunächst ohne Kirche. Die Insel gehörte zur Kirche in Skælskør und hatte hier eine eigene Kapelle, wohin die Inselbewohner zu kirchlichen Handlungen reisen mussten.

Die erste Inselkirche, die eher einer Kapelle entsprach und keinen Turm hatte, war aus Holz erbaut und wurde bereits nach 25 Jahren im Jahr 1601 durch eine Kirche aus Fachwerk ersetzt. Von dieser zweiten Kirche existiert noch ein Querbalken aus Eichenholz, der über der Eingangstür im Kirchenvorraum hängt.

Die Kirche hatte zunächst keinen Turm, und so wurde ein kleiner Glockenturm auf dem Friedhof errichtet. Die Fachwerkkirche stand etwa einhundert Jahre, verfiel dann aber, und man kann in einem Dokument von 1739 nachlesen, dass sie ein "sehr verfallenes und verödetes Haus" wurde. 1744 hatten Wind und Wetter das Haus so sehr gebeutelt, dass der Pastor nur beschwerlich auf der Kanzel stehen konnte.

Während der Englandkriege 1801 bis 1814 wurden Kirche und Friedhof zu einer kleinen Festung umgebaut, und aus jener Zeit wird berichtet, dass die Kirche inzwischen so sehr verfallen war, dass man sich gezwungen sah, eine neue zu bauen.

Die dritte, heutige Kirche wurde 1828 von der Kirchengemeinde in Skælskør mit Geld des Grosshändlers Harboe errichtet. Die Kirche bestand aus einem Langhaus und einem nach Westen ausgerichteten Turm, errichtet aus schmalen gelben Mauersteinen auf einem leicht vorspringenden Fundament, in dem sich grosse Feldsteine finden. Der Eingang und der Vorraum zur Kirche liegen auf der westlichen Seite des Turms. Die Fenster sind aus geschmiedetem Eisen, der Innenraum wird durch eine tiefe Balkendecke bestimmt. Die Kirche ist aussen weiss gekalkt, der Sockel, der früher charakteristisch rot war, ist heute schwarz gestrichen. Schon 1851 wurde die Kirche zum ersten Mal restauriert.

Der Altar stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1576, wurde allerdings 1828 erneuert. Das Altarbild wurde 1911 von Tony Møller gemalt. Daneben gibt es ein dreiflügeliges Altarbild von 1522 (ein Foto hängt im Eingang der Kirche), das heute im Nationalmuseum zu besichtigen ist. Das Altarsilber, das weiterhin aufbewahrt wird, stammt von 1576.

Das erste, dreiflügelige Altarbild der Kirche hat seine ganz eigene Geschichte. Inger Trumpy, der früher im Nationalmuseum in Kopenhagen angestellt war, schreibt über das Bild:

"Als Omø die erste Kirche 1578 bekam, wurde sie mit einem älteren katholischen Altarbild ausgestattet. Dieses wunderbar gemalte Triptychon hat heute einen hervorragenden Platz in der Renaissanceabteilung des Nationalmuseums, und das Bild stellt ein ausgezeichnetes künstlerisches Beispiel für den katholischen Glauben und seine Heiligenverehrung dar, wie es in Nordeuropa vor der Reformation üblich war." Dann fährt Trumpy fort: "Es ist schon etwas besonderes, wenn eine neue dänische Kirche mit einem so eindeutig katholischen Altarbild ausgestaltet wird. Wahrscheinlich liegt der Grund darin, dass bei der Einführung der Reformation soviel katholisches Kircheninventar übrig geblieben war. Im Jahr 1601 bekam Omø eine neue Kirche, und das alte katholische Bild von 1522 wurde im Chor aufgehängt. Mit der Zeit verfielen die Kirche und das alte Altarbild, und als der Besitzer die Insel 1829 besuchte, war das Altarbild vor lauter Staub und Schmutz kaum noch zu erkennen. Der Landvogt meinte dann, das Bild müsse erhalten werden und sandte es zum Konservator nach Kopenhagen. Auf dem Weg nach Skælskør regnete es aber so stark, dass das Bild ganz durchweicht wurde, doch die dicke Lage Schmutz imprägnierte die Malerei, sodass sie dem Regen standhielt. Heute kann man die drei Tafeln im Nationalmuseum besichtigen."

Omø muss offenbar einmal auch drei Kirchen gehabt haben, denn erst 1970 wurde die heute im Gebrauch befindliche Glocke aufgehängt und die alte Glocke stillgelegt, weil sie niederzustürzen und den Glöckner zu erschlagen drohte. Die erste Glocke soll im Holzturm auf dem Kirchhof gehangen haben. Deshalb wird angenommen, dass es nicht nur drei Glocken sondern auch drei Kirchen auf Omø gegeben hat.

Nach 1859 wurde die Kirchengemeinde Omø selbständig mit eigenem Pastor, der zu jener Zeit übrigens auch als Lehrer an der Schule der Insel wirkte. Seit 1971 besteht die Pfarrgemeinde aus Agersø und Omø.
Kilde: ø-arkivet Omø